In Doppelsternsystemen geht es auf Dauer selten friedlich zu. Irgendwann fängt ein Stern an, dem anderen Materie zu klauen. Am Ende steht oft eine große Zerstörung. Und ein farbenprächtiger Nebel.

Das Hubble-Weltraumteleskop verwöhnt unsere Augen immer wieder mit hochauflösenden Bildern aus dem All. Wohl kaum jemand kann sich der Faszination von Aufnahmen entziehen, auf denen farbenreiche Schleier über sternklare Himmel tanzen. Auch Kerstin Weis und Dominik Bomans nicht. Die beiden forschen am Astronomischen Institut der Ruhr-Universität Bochum und betrachten die Gebilde nicht nur aus ästhetischen Gründen gern. In ihrer Arbeit entschlüsseln sie die physikalischen Prozesse, die zur Bildung der Nebel führen. Gerade in Doppelsternsystemen finden sie interessante Effekte, wenn ein Stern dem anderen Materie klaut.

Doppelsterne umkreisen sich gegenseitig, sind aber selten gleich groß. Das hat Konsequenzen für ihre Entwicklung. Denn: „Je massereicher ein Stern ist, desto schneller altert er“, sagt Prof. Dr. Dominik Bomans. Im Alter blähen sich Sterne zu sogenannten Roten Riesen auf. In Doppelsternsystemen können sie dadurch in das Gravitationsfeld ihres Begleitsterns geraten, sodass Materie vom Roten Riesen auf den Partner überfließen kann, was in der Regel in einer große Helligkeitsexplosion endet, einer Nova.

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